Prof. Dr. Sarah Speck zur Professorin für Vergleichende Kultursoziologie ernannt

Frankfurt (Oder), 

Prof. Dr. Sarah Speck wurde zum 1. April 2025 zur Professorin für Vergleichende Kultursoziologie ernannt. Die Soziologin wechselt von der Goethe-Universität in Frankfurt am Main an die Viadrina. Ihre Expertise im Bereich der Gender Studies möchte sie auch über die Lehre hinaus in öffentlichen Diskussionen zur Verfügung stellen.

Den Schritt von der Goethe-Universität in Frankfurt am Main an die vergleichsweise kleine Viadrina in Frankfurt (Oder) erlebt Prof. Dr. Sarah Speck als Eröffnung eines großen Gestaltungsspielraums. Es reize sie, hier mehr Energie in die Lehre und mehr Zeit in die Forschung stecken zu können. „Eine kleinere Universität bietet mehr Raum zum Denken, das finde ich hochattraktiv“, sagt die Kultursoziologin.

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Prof. Dr. Sarah Speck (Mitte) bei Ihrer Ernennung mit Prof. Dr. Eduard Mühle und Prof. Dr. Britta Schneider, Prodekanin der Kulturwissenschaftlichen Fakultät

Zuletzt hatte Sarah Speck die Professur für Soziologie mit dem Schwerpunkt Frauen- und Geschlechterforschung an der Goethe-Universität inne und war stellvertretende Direktorin des renommierten Instituts für Sozialforschung in Frankfurt am Main sowie des Cornelia Goethe Centrums. In einem laufenden Forschungsprojekt über Verschwörungstheorien untersucht sie, warum eine wachsende Anzahl von Menschen verschiedene gesellschaftliche Prozesse skeptisch und misstrauisch wahrnimmt, wie solche Strömungen entstehen und auf welchen Wegen sie aufrechterhalten werden.

Sie ist sich sehr bewusst, dass ihre Arbeit und ihre Forschungsschwerpunkte – wie etwa die Politisierung von Geschlecht – Themen der Zeit sind, die mit großem Aufmerksamkeits- und Konfliktpotenzial verbunden sind. „Das Interesse an Themen aus den Geschlechterstudien ist immens, auch in der Lehre und für Abschlussarbeiten“, so ihre Beobachtung – ein Interesse, dem sie im Sommersemester unter anderem mit einer Einführung in die Geschlechterforschung und einem Seminar über materialistischen Feminismus begegnen wird.

Sarah Speck weiß aber auch: Ihre Themen stehen, nicht zuletzt nach den jüngsten Wahlen und dem wachsenden Einfluss der AfD, politisch unter Beschuss. Umso wichtiger findet sie es, dazu zu forschen, zu lehren und in den teilweise sehr polarisierten Debatten Brücken zu bauen – auch in der Öffentlichkeit über die Universität hinaus.

Geschlechterforschung sowie Paar- und Familiensoziologie standen schon früh im Zentrum des wissenschaftlichen Interesses von Sarah Speck. Nach einem Studium der Angewandten Kulturwissenschaft an der Leuphana Universität Lüneburg, promovierte sie im Rahmen des DFG-Graduiertenkollegs „Geschlecht als Wissenskategorie“ an der Humboldt-Universität zu Berlin über „verberuflichte Mutterschaft“ in SOS-Kinderdörfern. Nach Stationen an der Technischen Universität Darmstadt, der Eberhard Karls Universität Tübingen und der Universität Osnabrück war sie seit 2020 Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt Frauen- und Geschlechterforschung an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Frauke Adesiyan

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