Prof. Dr. Miriam Lind zur Professorin für Sprachpraktiken in Medienkulturen ernannt
Prof. Dr. Miriam Lind ist ab 1. April 2025 Professorin für Sprachpraktiken in Medienkulturen an der Viadrina. Ihre Schwerpunktthemen Gender- und Medienlinguistik wird sie auch in die Lehre einbringen. Für Miriam Lind bedeutet die Professur nach anderthalb Jahren als Forscherin an der Viadrina vor allem ein Gefühl des Ankommens.
„Auch nach anderthalb Jahren denke ich noch: Was für ein toller Ort, um zu sein“, sagte Prof. Dr. Miriam Lind bei ihrer Ernennung über die Viadrina. Im September 2023 war die Linguistin mit einem von ihr eingeworbenen Projekt im Rahmen des renommierten Emmy Noether-Programms an die Europa-Universität gekommen. Die Forschungsgruppe beschäftigt sich mit kommunikativen Praktiken zwischen Menschen, Tieren und Maschinen.

Heide Fest
Doch Miriam Lind wird mit ihrer Ernennung zum 1. April nun weniger Zeit für die freie Forschung haben, mehr lehren und sich in den Gremien der Universität einbringen, was sie mit „einem kleinen weinenden und einem großen lachenden Auge“ sieht. „Die Ernennung ist für mich mit einem Gefühl des Ankommens verbunden“, sagt sie. „Eine akademische Karriere besteht zu großen Teilen aus der Hoffnung, einen Ort zu finden, an dem man sich wohlfühlt und wo man bleiben darf“, so Miriam Lind. Mit Antritt ihrer Professur freut sie sich darauf, mehr zu lehren und den Kontakt mit Kolleg*innen und Studierenden zu vertiefen. Schon für ihre Emmy Noether-Gruppe hatte sie sehr bewusst die Viadrina gewählt, weil die hier gelebte Auffassung von Linguistik als Kulturwissenschaft ihrem eigenen Verständnis entspricht. Sprachwissenschaft funktioniere für sie nicht als abstraktes System ohne Bezug zur Sprechrealität von Menschen.
Diese Grundannahme findet sich auch in ihren Seminaren wieder, die sie im Sommersemester 2025 gibt. So wird sie sich unter anderem in einem Masterseminar mit historischer Medienlinguistik und dem Zusammenhang von Medien- und Sprachwandel beschäftigen. Nicht erst seit Online-Medien und Social-Media-Kanälen ist immer wieder von „Sprachverfall“ die Rede. „Ich möchte mir gern mit den Studierenden anschauen: Wie war das bei der Einführung des Buchdruckes, beim Radio, beim Fernsehen“, beschreibt sie den Ausgangspunkt des Seminars. In einer weiteren Veranstaltung wird sie über genderlinguistische Themen lehren.
Die Verquickung von Sprache und Medien, die auch im Namen ihrer Professur steckt, beobachtet Miriam Lind mit großem Interesse. „Sprache wird durch unser digitales Leben immer mehr mediatisiert. Wir erleben sie meist als Schrift, Video oder Sprachnachrichten. Mich interessieren diese medialen Interaktionen und die Frage danach, wie sie die Sprache verändern“, so Miriam Lind.
Ihre wissenschaftliche Laufbahn hatte an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz begonnen. Dort hat sie ihr Magisterstudium in Deutscher Philologie und Vergleichender Sprachwissenschaft mit einem Schwerpunkt auf Sprachen Nordeuropas und des Baltikums absolviert und 2018 ihre Promotion „Namenwechsel. Die soziale Funktion von Vornamen im Transitionsprozess transgeschlechtlicher Personen“ abgeschlossen. Nach einer Professurvertretung in Mainz war sie an die Viadrina gekommen.
Frauke Adesiyan
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