Forschungskolloquium „Die Dekolonisierung des Chinins: Eine politische Geschichte der pharmazeutischen Industrie [...]“
Machtasymmetrien zwischen westlichen Pharmakonzernen und dem sogenannten „Globalen Süden“ sowie deren Folgen für Teile der Weltbevölkerung sind immer wieder Thema in Diskussionen über weltweite Ungleichheit. Derartige Machtasymmetrien sind nicht selbstverständlich, sondern erklärungsbedürftig, wie das vorzustellende Projekt anhand des Malaria-, Herz- und Genussmittels Chinin und des zu seiner Herstellung nötigen Rohstoffs Chinarinde zeigt. Der Vortrag analysiert die Beziehungen Indonesiens und der Demokratischen Republik Kongo (bzw. Zaires), der größten Produzenten von Chinarinde, zu den europäischen Chininherstellern. Denn infolge der Dekolonisierung brachen die kolonialen, von einem Kartell aus Pharma- und Plantagenunternehmen beherrschten Produktions-, Distributions- und Konsumstrukturen von Chinin zusammen: Das Alkaloid und die Stellung europäischer Pharmakonzerne wurden Objekte von Aushandlungsprozessen zwischen einer Vielzahl von Akteur*innen.Zusammenfassung:
Dienstag, 29. April 2025, 18.15 Uhr„Die Dekolonisierung des Chinins: Eine politische Geschichte der pharmazeutischen Industrie [...]“
Forschungskolloquium
mit: Dr. Tristan Oestermann (ZZF Potsdam)
Vollst.. Titel: „Die Dekolonisierung des Chinins: Eine politische Geschichte der pharmazeutischen Industrie nach dem Ende der Imperien, 1945–1998“. Vortrag im Rahmen des Forschungskolloquiums „Geschichte transkulturell" von Prof. Dr. Andreas Bähr unter Mitwirkung von Felix Töppel, M.A.
Ort: Logenhaus, Logenstraße 11, Raum 101/102
Übersicht Programm Forschungskolloquium „Geschichte transkulturell“